Lithium


Lithium als Spurenelement – kleine Mengen mit möglicher Bedeutung


Lithium ist vielen als Medikament aus der Psychiatrie bekannt. Weniger bekannt ist, dass Lithium auch natürlicherweise in sehr kleinen Mengen in Wasser und Lebensmitteln vorkommt. In diesen geringen Konzentrationen wird Lithium heute zunehmend als Spurenelement betrachtet.
Die Forschung der letzten Jahre beschäftigt sich intensiv mit der Frage, ob Spuren-Lithium eine Rolle für Nervensystem, Stressregulation und gesundes Altern spielen könnte.


Was bedeutet „Spurenelement“?
Spurenelemente sind Mineralstoffe, die der Körper nur in sehr kleinen Mengen benötigt. Dennoch können sie wichtige Funktionen im Stoffwechsel und in der Regulation von Körpersystemen haben.
Bei Lithium ist wichtig:
 Als Spurenelement sprechen wir über winzige Mengen, die nichts mit einer medikamentösen Lithiumtherapie zu tun haben.
Welche Funktionen werden Lithium als Spurenelement zugeschrieben?
Nach aktuellem wissenschaftlichem Stand wird Lithium als Spurenelement mit folgenden Bereichen in Verbindung gebracht:

  • Nervensystem & Gehirn
  • Lithium beeinflusst bestimmte Signalwege in Nervenzellen, die mit Anpassungsfähigkeit, Stressverarbeitung und neuronaler Stabilität zusammenhängen.
  • Stress- und Regulationsprozesse
  • Über seine Wirkung auf neurobiologische und entzündungsbezogene Prozesse wird Lithium als möglicher unterstützender Faktor in der vegetativen und stressbezogenen Regulation diskutiert.
  • Gesundes Altern
  • Beobachtungsstudien deuten darauf hin, dass Regionen mit sehr geringen, natürlichen Lithiumgehalten im Trinkwasser teilweise mit einer besseren kognitiven Gesundheit im Alter assoziiert sind. Diese Zusammenhänge werden aktuell intensiv erforscht.

Wichtig: Diese Effekte werden nicht als direkte Wirkung oder Therapie verstanden, sondern als mögliche unterstützende Rolle im Gesamtsystem.


Was sagt die aktuelle Forschung?
Die neuere Forschung untersucht vor allem:

  • den Zusammenhang zwischen Spuren-Lithium und Gehirngesundheit
  • mögliche Effekte auf kognitive Funktionen im Alter
  • den Unterschied zwischen niedrigen, ernährungsnahen Mengen und hohen, medikamentösen Dosierungen


Wo kommt Lithium natürlicherweise vor?
Lithium kommt in sehr kleinen Mengen vor in:

  • Trinkwasser (regional sehr unterschiedlich)
  • pflanzlichen Lebensmitteln
  • mineralstoffreichen Wässern

Die individuelle Aufnahme variiert daher stark – abhängig von Wohnort, Wasserquelle und Ernährung.


Wichtige Abgrenzung: Spurenelement vs. Medikament
Medikamentös eingesetztes Lithium wird in deutlich höheren Dosen verwendet und muss ärztlich überwacht werden, da es u. a. die Schilddrüse und Nierenfunktion beeinflussen kann.
Der hier beschriebene Ansatz bezieht sich ausschließlich auf niedrig dosierte, nicht-medikamentöse Mengen, wie sie in der funktionellen Medizin diskutiert werden.


Für wen ist besondere Vorsicht wichtig?
Eine individuelle Abklärung ist besonders wichtig bei:

  • bekannten Schilddrüsenerkrankungen
  • Nierenerkrankungen
  • Schwangerschaft oder Stillzeit
  • gleichzeitiger Einnahme bestimmter Medikamente


Lithium im funktionellen Gesamtkonzept
In der funktionellen und stressmedizinischen Arbeit betrachten wir Lithium nicht isoliert, sondern eingebettet in ein Gesamtkonzept, das u. a. berücksichtigt:

  • Schlaf und Erholung
  • Stressbelastung und Regulationsfähigkeit
  • Ernährung und Mikronährstoffstatus
  • Darm-Hirn-Achse
  • vegetatives Nervensystem

Ziel ist es, Regulation zu unterstützen, nicht einzelne Stoffe zu „optimieren“.
 

Derzeit ist Lithium als Spurenelement nur rezeptpflichtig über teilnehmende Apotheken zu beziehen. Wir verordnen Lithium nur nach vorausgegangenem Erstgespräch zur Abklärung von Indikationen und zum Abklären von Kontraindikationen. Sprechen Sie uns an.



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